Ed Sheeran wurde am 17. Februar 1991 in Halifax, England, geboren. Ein normaler britischer Junge, könnte man sagen – Eltern Kunstlehrer, ein älterer Bruder, Kirchenchor, erste Gitarre mit vier Jahren. Aber Ed war nie normal. Schon früh wuchs er in einem Mix aus künstlerischem Drang und leiser Außenseiterrolle auf: Seltsames Aussehen, merkwürdiges Verhalten, ein bisschen ADS, und trotzdem mit einer unbändigen Liebe zur Musik. Während andere Kinder Fußball spielten, träumte Ed von Songs, die direkt aus seiner eigenen Haut kamen. Seine Teenagerjahre waren eine Mischung aus Angst, Rebellion und einem ständigen Gefühl, dass ihm die Welt nicht genug Platz ließ. Er brach mit 16 die Schule ab, packte seine Gitarre, seine Selbstzweifel und eine gesunde Portion Trotz in einen Rucksack und zog los, um in Cafés, Bars und Open-Mic-Nächten Großbritanniens die Bühne zu erobern.
Übernachtungen bei Freunden, ein paar Nächte unter Brücken, manchmal vor dem Buckingham Palace – das war sein Klassenzimmer. Dort lernte er, was echte Bühne bedeutet, wie man Menschen mit bloßen Akkorden fesselt, und vor allem: wie man durchhält, wenn alle anderen schlafen. Sein Talent ließ sich nicht verstecken. Von Hip-Hop-Vibes bis zu purer Akustik entwickelte Ed seinen eigenen Sound, mischte Melodien, die im Kopf kleben bleiben, mit Texten, die alltäglich, ehrlich und verletzlich sind. Als 2011 seine „No. 5 Collaborations Project“-EP auftauchte, wussten alle, dass hier jemand anders spielte. Ein Typ, der mit Rappern in London experimentierte, der aber trotzdem Gitarre spielte, als ob sein Leben davon abhinge.
Plötzlich hatte er Atlantic Records an der Angel, die erste Single „The A Team“ zeigte, dass er die traurigen Seiten des Lebens mit einem Song erzählen konnte, ohne kitschig zu werden. Danach ging es Schlag auf Schlag: Plus, Multiply, Divide, Equals, Subtract – ein endloser Strom von Alben und Singles, die die Charts stürmten, Millionen Streams und unzählige Kollaborationen: Taylor Swift, Justin Bieber, Eminem, Bruno Mars, Stormzy – der Mann kennt keine Genregrenzen. Und das alles ohne seine Authentizität zu verlieren. Ed ist der Typ, der Pizza in einem Song erwähnt, weil er weiß, dass das Leben nun mal aus kleinen, banalen Momenten besteht – und dass genau diese Momente die Songs menschlich machen. Privat ist Ed, überraschenderweise, genauso normal wie seine Texte. Er ist verheiratet mit Cherry Seaborn, die beiden haben eine Tochter, und trotzdem bleibt er der rothaarige Typ mit Hoodie und Jeans, der die Bühne betritt, ohne sich um das Rampenlicht zu kümmern. Elton John hält wöchentlich Kontakt, aber Ed macht sein Ding – authentisch, unverstellt und verdammt konsequent.
Was Ed Sheeran besonders macht, ist, dass er die Musikindustrie herausgefordert hat, ohne es groß anzukündigen. Kein unnötiger Glanz, keine PR-Spielchen, kein künstliches Image. Nur ein Typ, eine Gitarre und Songs, die Millionen berühren. Von Halifax über London nach Los Angeles, durch Obdachlosigkeit, unzählige Auftritte und missmutige Kritiker, hat er sich zu einem globalen Phänomen hochgearbeitet. Nicht weil er ein Produkt der Industrie ist, sondern weil er ein Produkt von harter Arbeit, Ehrlichkeit und einem unbändigen Willen ist, zu machen, was er liebt – Musik, die Menschen auf eine Art trifft, wie es kaum ein anderer schafft oder jemals geschafft hat. Ed Sheeran ist nicht nur ein Musiker. Er ist die Art von Mensch, die einem zeigt: Man kann scheitern, auf die Schnauze fallen, unvollkommen sein und trotzdem die ganze Welt zum Mitsingen bringen.