Wenn man Thrash Metal ernst nimmt, stolpert man unweigerlich über Dave Mustaine. Geboren am 13. September 1961 irgendwo in Kalifornien, war er schon früh ein Feuerkopf: leidenschaftlich, aggressiv aber musikalisch brillant und manchmal geradezu zerstörerisch. 1981 stieg Mustaine als Leadgitarrist bei Metallica ein. Eigentlich sollte alles einfach sein: er hörte von einem Inserat, ging zur Probe, stimmte seine Gitarre, und Zack, er war drin. Nur dass der Teufel in Form von Alkohol und Drogen schon hinter der nächsten Ecke lauerte. Mustaine war ein wilder, junger Kerl, ständig besoffen, manchmal auf Drogen und immer bereit, ziemlich viel Ärger zu machen.
Eine kleine Meinungsverschiedenheit mit James Hetfield über ein Hundeskelett und ein Bier führte schließlich dazu, dass Mustaine mehrfach die Band verlassen und zurückgeholt wurde, bis er im April 1983 endgültig rausflog. Die Band packte sein Zeug und schickte ihn mit dem Bus nach Los Angeles. Ein bitterer Abschied für den, der Mitbegründer des Thrash Metal werden sollte. Mustaine ließ sich also nicht unterkriegen. Statt rumzujammern, nahm er all seine Wut, den Hass und die musikalische Genialität, die Metallica nicht halten konnte, und gründete Megadeth.
Innerhalb weniger Monate hatte er eine Band zusammengestellt, die nicht nur sein Ventil war, sondern zu einer der einflussreichsten Thrash-Metal-Bands aller Zeiten wurde. Mustaine übernahm Lead-Gitarre und Gesang – weil niemand sonst Herr genug war, die Chaosmaschine zu kontrollieren. Megadeth war kein gewöhnliches Rock-Projekt. Es war eine Lektion in Disziplin, Wahnsinn und musikalischer Brillanz zugleich. Alben wie Killing Is My Business... And Business Is Good! oder Peace Sells… But Who’s Buying? wurden schnell zu weltbekannten Klassikern in der Metal Szene.
Mustaine tourte, kämpfte gegen Drogen, produzierte andere Bands, und formte seinen Sound: schnell, aggressiv, technisch und unbarmherzig. Seine Karriere war nicht ohne Verluste. Verletzungen, persönliche Rückschläge, immer wieder die böse Versuchung von Drogen und Alkohol. Mustaine stolperte, fiel und kämpfte sich wiedewr zurück ins Leben. 2002 beispielsweise zerstörte eine Nervenlähmung „Saturday Night Palsy“ seine Linke Hand und zwang ihn, Megadeth vorübergehend auf Eis zu legen. Aber er gab niemals auf. Er kam zurück, stärker, wütender, kreativer.
Privat fand er Stabilität: Ehefrau Pamela, zwei Kinder, Justis und Electra. Und die Erkenntnis, dass man seine Dämonen nicht immer besiegen, aber mit ihnen leben kann. Trotz allem Chaos hat Mustaine Musik geschaffen, die Generationen von Metalheads geprägt hat, die „Big Four“-Tour mit Metallica, Slayer und Anthrax geprägt und das Genre neu definiert. Dave Mustaine ist nicht nur ein Gitarrist oder Sänger. Er ist ein Überlebender, ein Visionär und eine Katastrophe auf zwei Beinen, das gelernt hat, seine Wut in etwas zu kanalisieren, das größer ist als er selbst. Thrash Metal.