Dave Murray, wurde am 23. Dezember 1956 in Edmonton, England geboren. Er ist nicht nur einer der Gründungsmitglieder von Iron Maiden, sondern auch der Typ, dessen Gitarre so flüssig klingt, dass man fast denkt, er trinkt Whisky. Zusammen mit Steve Harris, dem Bassisten und Hauptsongwriter der Band, hat Murray auf jedem Album von Iron Maiden mitgespielt, ja wirklich, jedem. Wenn Iron Maiden ein Familienalbum wäre, wäre Dave das Foto, das immer noch an der Wand hängt, nachdem alle anderen verblasst sind. Dave hatte keinen besonders ruhigen Start ins Leben. Die Familie zog ständig um, das Geld war knapp, und in London bedeutete das für einen jungen Dave: Mobbing, Schlägereien und gelegentlich mal Mitglied in einer Skinhead-Gang werden. Mit 15 Jahren hörte er dann „Voodoo Chile“ von Jimi Hendrix im Radio, und wie er selbst sagt, veränderte sich alles über Nacht. Plötzlich war er besessen von Rockmusik. Von einem Tag auf den anderen hing er in Plattenläden rum, kaufte Hendrix- und Blues-Alben und dachte: „Wie zur Hölle spielt man so etwas, mit einer gottverdammten Gitarre?“
Mit 16 gründete er seine erste Band, Stone Free, gemeinsam mit seinem Jugendfreund Adrian Smith (der später ebenfalls bei Iron Maiden landete). Danach folgten diverse kleinere Bands wie Electric Gas und The Secret, bei denen er erste Studioerfahrungen sammelte. 1976 schließlich hörte Iron Maiden auf seinen Anruf (oder vielleicht auf seine Hartnäckigkeit) und nahm ihn auf. Kurz danach gab es aber erstmal Zoff mit dem damaligen Sänger Dennis Wilcock – und zack, Murray flog raus. Kein Drama, er verbrachte die Zwischenzeit bei Adrian Smiths Band Urchin, bevor er 1978 wieder zu Iron Maiden zurückkehrte – und dort bis heute geblieben ist. Was Dave besonders macht, ist sein legato-basiertes Gitarrenspiel, das extrem flüssig und fast schon magisch klingt. Er verdankt dies teilweise Hendrix, teilweise seinem unbändigen Drang, Musik nicht nur zu spielen, sondern sie zum Leben zu erwecken. Dave schreibt auch Songs für Iron Maiden, ist aber eher der musikalische Zauberer im Hintergrund als derjenige, der endlose Texte verfasst. Mit Adrian Smith und Steve Harris teilt er sich den Titel der beständigsten Mitglieder der Band, die auf jedem Album vertreten sind.
Ach ja, und Gibson kürte ihn zusammen mit Smith auf Platz 9 der „Top 10 Metal Guitarists of All Time“, nicht schlecht für den Typen, der als Teenager in Skinhead-Schlägereien verwickelt war. Sein Stil? Flüssig, melodisch, voller Harmonien und counter-melodischer Soli. Murray verdoppelt Leadlinien oft mit einer zweiten Gitarre, spielt mit Bends, Vibrato und streut manchmal auch Folk- oder klassische Einflüsse ein. Das Ergebnis: der unverwechselbare Iron-Maiden-Sound, der seit 1975 Fans weltweit begeistert. Und während andere Musiker vielleicht irgendwann langsamer werden oder in Rente gehen, tourt Dave Murray immer noch um die Welt, begeistert Menschen mit seiner Einzigartigkeit, ohne jemals den Spaß an der Sache zu verlieren. Ein Mann, eine Gitarre, eine Legende und wahrscheinlich immer noch der Typ, der als Teenager dachte: „Wie zur Hölle spielt man so etwas?“