Mark Lettieri wurde in der San Francisco Bay Area geboren, aber ehrlich gesagt, hätte es ihn wahrscheinlich überall hingeweht. Nach einem Umweg über die Texas Christian University, wo er Werbung und Öffentlichkeitsarbeit studierte, fand er heraus, dass Sprinten auf der Leichtathletikbahn zwar nett ist, aber keine Gitarre ersetzen kann. Schon als Teenager war klar: Dieser Typ würde nicht einfach Gitarre spielen, er würde sie verdammt nochmal neu definieren. In Fort Worth, Texas, tauchte er tief in die Gospel- und R&B-Szene ein, eine Gegend, in der die Musik so lebendig ist, dass man beim Zuhören automatisch besser wird – oder die Kontrolle über den Groove verliert.
2008 wurde er Teil von Snarky Puppy, und von da an war klar: Mark ist nicht irgendein Mitspieler. Er schreibt, arrangiert, tourt und spielt auf praktisch jedem Album der Band, während er gleichzeitig dafür sorgt, dass jeder Song nach etwas klingt, das man ernsthaft auf Repeat hören kann. Fünf GRAMMY Awards sprechen eine deutliche Sprache, aber Mark lässt sich nie darauf reduzieren – es geht nicht um Trophäen, es geht darum, die Gitarre so zu spielen, dass sie dich nervös macht, ohne dass du genau sagen kannst, warum. Aber er ist kein Typ, der sich nur auf eine Band verlässt.
Seit 2011 bringt er seine eigenen Projekte raus – sieben, nein, mittlerweile neun Alben, von Knows über Spark and Echo bis hin zu den Deep: The Baritone Sessions-Reihen. Dabei schafft er es, virtuos zu sein, ohne sich selbst in ein Technik-Showoff-Monster zu verwandeln. Sein Quartett, die Mark Lettieri Group, tourt weltweit, um die Leute daran zu erinnern, dass Instrumentalmusik nicht nur schön sein kann, sondern auch verdammt spannend. 2018 gründete er zusammen mit Cory Wong, Nate Smith und Joe Dart die Fearless Flyers, eine Band, die so funky ist, dass man sich fragt, warum man jemals gedacht hat, Gitarre könne nur rocken oder shreddern.
Die Flyers sind keine Nerdband, sie sind eine Groove-Maschine, die Festivals und Clubs gleichermaßen zerlegt. Bis heute haben sie fünf Alben rausgehauen, das letzte 2024 – und jedes klingt so, als hätten sie den Spaß, den Mark liebt, direkt in die Verstärker gesteckt. Und dann gibt es noch die Session-Arbeit, die ihn wahrscheinlich wahnsinnig macht, wenn man darüber nachdenkt: Erykah Badu, David Crosby, 50 Cent, Lupe Fiasco, Tori Kelly, Xzibit, Kirk Franklin und eine ganze Armada von Leuten, die unterschiedliche Genres abdecken, nur damit Mark seine Finger über alles fliegen lassen kann, als würde er sagen: “Ja, ich kann alles spielen, danke der Nachfrage.”
Mark hat auch seine eigenen Spielzeuge entwickelt – Signature-Gitarren mit Paul Reed Smith, Overdrive-Pedale mit J. Rockett Audio Designs, Chorus-Pedale mit Jackson Audio. Sogar Apple wollte seinen Groove in Logic Pro und Garageband verewigen. Ganz ehrlich: Wenn du Mark zuhörst, merkst du, dass er nicht nur spielt – er baut kleine Wunderwerke, die sich zwischen Jazz, Funk, Rock und allem, was man sich vorstellen kann, bewegen. Privat lebt er so, wie man es sich vorstellt: aktiv, hungrig nach gutem Essen, Reisen und Herausforderungen, zusammen mit Frau, zwei Töchtern, drei Katzen und einem Hamster.
Die Gitarre ist immer in Reichweite, weil man nie weiß, wann das nächste Album oder der nächste Groove auf ihn wartet. Mark Lettieri ist kein Gitarrist, der nur Musik macht. Er ist ein Typ, der dir zeigt, dass Virtuosität nicht bedeuten muss, dass man ernsthaft, steif oder langweilig ist. Er spielt, weil er kann, weil er will, und weil die Welt ein bisschen besser klingt, wenn seine Finger über die Saiten fliegen. Und das ist verdammt inspirierend – auch für die Leute, die glauben, sie könnten nie Gitarre spielen.