Brandon Ellis ist das Gitarren-Biest, das die Metal-Welt seit Jahren in Schach hält. Angefangen hat alles, als er mit zehn Jahren eine Gitarre in die Hand nahm und merkte: Technik? Läuft bei mir. Von da an gab es nur noch eins: Nächte durchzocken, Saiten malträtieren und sich selbst an die Grenzen treiben. Sein Ziel? Ganz klar: Irgendwie Eddie Van Halen-Level erreichen. Spoiler: unmöglich, aber der Ehrgeiz war da, und der Rest ist Geschichte. Seine Jugend war geprägt von endlosen Stunden an der Gitarre, die Finger wussten nie, wann sie Feierabend hatten. Mit 16 konnte er alles, was er heute kann, zumindest technisch. Aber wo die echten Unterschiede liegen, verrät er offen: Früher war er schneller, heute ist er präziser, kontrollierter, ausdrucksstärker. Vibrato, Timing, Dynamik, Phrasierung, Brandon Ellis spielt nicht nur Noten, er pisst auch Noten. Dazu kommt sein Nerd-Level in Musiktheorie, immer auf der Suche nach neuen Harmonietricks, um seine Soli noch fieser, noch eingängiger, noch tödlicher zu machen.
Seine Helden? Eddie Van Halen, Yngwie Malmsteen, Blues Saraceno, John Sykes, Paul Gilbert, Jason Becker, Mattias IA Eklundh, Michael Romeo – die Jungs haben seine Handtechnik und seinen Ton geprägt. Aber auch Songwriting-Genies wie Trevor Rabin oder Nik Kershaw haben ihn inspiriert, die feinen Künste zu beherrschen, die über das bloße Shredden hinausgehen. Ellis will, dass jede Note lebt, dass selbst ein einfacher Ton nach Wahnsinn klingt. Wer ihn spielt hören will, braucht nur die ersten paar Noten zu checken: Wenn die nicht knallen, hat der Spieler nichts drauf. Seine Karriere liest sich wie ein Metal-Actionfilm: Touren mit Arsis, Sylosis, iwrestledabearonce, The Ghost Inside, Of Mice And Men, As I Lay Dying. Ein Highlight: Brandon musste für Sylosis Songs innerhalb von nur einer Nacht lernen, ohne Schlaf, ohne Vorbereitung, und direkt auf die Bühne. 48 Stunden wach, die Finger brannten und trotzdem lief alles wie geschmiert. „Das war verrückt“, sagt er heute, „aber danach war alles smooth.“
Vor The Black Dahlia Murder war er ein rastloser Gitarren-Samurai, der jedes Projekt mitnahm, das ihn weiterbrachte. Von elfischen Kostümen bei Finntroll bis zu Bucket-List-Momenten mit Exodus, er hat alles erlebt. Und dann kam 2016 der Schritt zu The Black Dahlia Murder: Touren, Alben, Festivals. Rock Al Parque in Kolumbien? 90.000 Leute, ein Set zur Primetime, und er stand da, grün hinter den Ohren, und hat sich gefragt, ob er überhaupt lebt. Spoiler: Er lebt, und wie. Ellis’ Homebase ist sein kleines Musikimperium: Über 50 Gitarren, Charvels, Jacksons, ein paar Bässe, eine Armada an Amp-Köpfen, Iso-Räume, Mikrofone auf Dynamounts, Reaper als DAW, Prism Sound Titan Interface. Er produziert, testet, mischt, trackt, der Mann macht alles selbst, wenn er will. Sein Geheimrezept für brutal-tightes Songwriting? Superior Drummer 3. Damit baut er komplette Demos auf, bevor die Band überhaupt anfängt zu spielen. Jeder Kick, jede Snare, per Hand eingeklickt, perfekter Flow. Alles bereit, um später mit echten Drums ersetzt zu werden.
Auf der Bühne ist Ellis ein Wirbelsturm: Energie kommt vom Crowd, vom eigenen Spiel, von der Lust, alles zu zerlegen. Kleine Shows? Kein Problem, die Fans haben bezahlt, sie kriegen das gleiche Brett wie die 10.000-Kopf-Menge. Jeder Abend ist Performance, Schweiß, Leidenschaft, Adrenalin. Und das Gitarren-Spiel? Brandon ist ein Hybrid-Master: Economy-Picking, Sweep-Picking, Downstrokes, Pickslanting, alles in seinem Arsenal. Aber nie verbissen, immer clever. Seine Hauptwaffen: Charvels, Seymour Duncan-Pickups, Soldano, Hughes & Kettner, Mesa Rectifier 4x12 – Heavy Metal, klare Leads, achtziger Jahre Rock-Ton. Immer ready, immer laut, immer knallhart. Kurz gesagt: Brandon Ellis ist kein Gitarrist. Er ist ein Erlebnis. Ein Typ, der Nächte durchspielt, Finger bluten lässt, Saiten quält und Noten Leben einhaucht. Ein Musiker, der dich mit jedem Riff mitnimmt, egal ob du 12 oder 90 bist. Wer ihn live erlebt, weiß: Hier kommt kein normaler Spieler auf die Bühne, hier kommt Brandon Ellis, und er nimmt dich mit in die Metal-Hölle.