Nick Johnston wurde in Kanada geboren, und schon mit 13 Jahren griff er zur Gitarre. Wie die meisten Teenager begann er damit, Metallica und Nirvana zu lernen, aber während andere ihre Instrumente als bloße Nebenbeschäftigung ansahen, erkannte Nick sofort: Das hier wird sein Ding. Bald spielte er mit Freunden im Keller, doch das reichte ihm nicht. Er wollte schneller, präziser, besser werden und fand seine Inspiration bei Yngwie Malmsteen, Paul Gilbert, Jason Becker und all den anderen Shrapnel-Künstlern, die ihm zeigten, wie weit man seine Finger treiben kann, ohne den Verstand zu verlieren. Mit 16 stand er bei einer Schulshow vor über 700 Leuten – genug Publikum, um jeden anderen Teenager in Panik zu versetzen. Nick? Er fühlte sich nur bestätigt, dass sein obsessives Üben, die sechs bis acht Stunden täglich, die richtige Entscheidung war. Er begann, systematisch zu lernen, holte sich Gitarrenunterricht bei Adrian Raso und saugte alles auf.
Von Greg Howe bis Brett Garsed. Dabei entstand eine Technik, die so schnell ist, dass man sie nur schwer fassen kann, aber Nick nennt es nicht Shredding, weil er glaubt, dass Shred-Gitarristen oft ihre Glaubwürdigkeit als Musiker verlieren. Nein, er spielt einfach extrem schnell und verdammt gut. Punkt. Die frühen Jahre seines Schaffens waren geprägt von Experimenten, einem 16-Spur-Recorder und dem Drang, Musik zu schreiben, die sowohl technisch beeindruckt als auch melodisch packt. Nick wollte mehr als nur schnelle Finger: Er wollte Musik schaffen, die im Kopf bleibt, selbst wenn man versucht, die Geschwindigkeit zu verarbeiten. Im Laufe der Jahre hat er als Solo-Künstler sechs Alben veröffentlicht, auf denen Künstler wie Paul Gilbert, Marco Minnemann, Guthrie Govan und Bryan Beller mitwirken.
Er hat zudem auf Tracks anderer Acts wie Intervals, Scale the Summit, Periphery, Polyphia und Mike Dawes gespielt und ist mit Künstlern wie Plini getourt. 2019 ging er auf Nordamerika-Tour mit Between the Buried and Me und The Contortionist, und 2025 kündigte Mastodon ihn als Tour-Gitarristen an, ein weiterer Beweis dafür, dass Nick überall glänzen kann, egal wie technisch anspruchsvoll oder brutal die Musik ist. Nick lässt sich nie auf einen Stil festlegen. Stevie Ray Vaughan, Eddie Van Halen, Yngwie Malmsteen, Jeff Beck und Joe Satriani haben ihn geprägt, aber wie er selbst sagt: “Ich klinge nach keinem von ihnen, aber jeder von ihnen steckt in meinem Spiel.” Besonders Satriani lehrte ihn die Kunst, Technik, Ton, Melodie und Produktion in perfekter Balance zu verbinden – die Fähigkeit, Geschwindigkeit und Virtuosität immer in den Dienst der Komposition zu stellen. 2016 bekam Nick seine eigene Signature-Gitarre bei Schecter, die seitdem in verschiedenen Varianten erscheint, von der Premium USA Signature Series bis zur günstigeren Traditional Series.
Musik ist für ihn nicht nur Sound, sondern ein visuelles Erlebnis: Er ist ein leidenschaftlicher Comic-Fan und engagiert Comic-Illustratoren für seine Albumcover. Neben dem Schreiben, Aufnehmen und Touren träumt Nick von einem eigenen Studio in Toronto, Sounddesign für Videospiele und Filme, oder einfach eine eigene Band zu gründen. Sein Leben dreht sich um Gitarre, Melodie und Geschwindigkeit, aber auf eine Weise, die nicht egoistisch oder nur technisch ist. Er spielt, weil es Spaß macht, weil es herausfordert und weil man sich beim Zuhören manchmal fragt, wie jemand so schnell, so kreativ und so melodisch gleichzeitig sein kann. Nick Johnston ist nicht nur ein Gitarrist. Er ist ein Typ, der Geschwindigkeit mit Herz, Technik mit Geschmack und Einzigartigkeit mit einer guten Portion Wahnsinn kombiniert und dabei die Art von Musik schafft, die man sich immer wieder anhören möchte, selbst wenn es für die Finger alles andere als bequem ist.