Ritchie Blackmore ist das Paradebeispiel eines Gitarristen, der den Begriff „Rocklegende“ neu definiert hat. Geboren am 14. April 1945 in Weston-super-Mare, England, begann er früh, sich an der Gitarre auszutoben. Schon als Teenager zeigte sich, dass er nicht einfach nur spielen wollte – er wollte die Gitarrenwelt auf den Kopf stellen. Ende der 60er Jahre gründete er mit Jon Lord, Ian Paice, Rod Evans und Nick Simper die Band Deep Purple. Blackmore brachte die Gitarre ins Zentrum des Hardrock und machte sie zum Instrument, das Schockwellen erzeugt:
Kraftvolle Riffs, neoklassische Soli und diese unverkennbare Mischung aus Blues, Klassik und purer Aggression. Songs wie Smoke on the Water und Highway Star sind nicht einfach Hits – sie sind Gitarrenunterricht in Echtzeit für Generationen von Musikern. Mit Ian Gillan am Mikrofon und Roger Glover am Bass wurde Deep Purple zu einer der einflussreichsten Rockbands der 70er. In Rock, Machine Head, Made in Japan – Blackmore prägte den Sound, der noch heute als Blaupause für Hardrock gilt.
Aber Ritchie wäre nicht Ritchie, wenn er sich mit Erfolg zufrieden gegeben hätte. 1975 gründete er Rainbow, holte Ronnie James Dio ins Boot und tauchte tiefer in seine neoklassische Vision ein. Hits wie Since You Been Gone zeigten: Blackmore kann nicht nur shreddern, er kann Melodie, Drama und Theatralik zu einem Paket schnüren, das man nicht vergisst. Rainbow wurde ein Playground für seine kreative Kontrolle – jede Note, jeder Solo-Lick ein Statement: „Ich mache, was ich will.“
Dann kam der Überraschungscoup: Ende der 90er verließ Blackmore den Rock, um mit Candice Night das Projekt Blackmore’s Night zu starten. Renaissance, Folk, mittelalterliche Klangwelten – alles neu, alles anders. Und doch erkennt man sofort den Gitarristen dahinter: virtuos, detailverliebt und immer noch mit dieser magnetischen Präsenz. Shadow of the Moon, Ghost of a Rose – Blackmore zeigt, dass Leidenschaft nicht auf einen Stil beschränkt ist.
Seine Karriere ist ein Lehrstück in Beständigkeit, Innovation und persönlicher Vision. Blackmore hat unzählige Gitarristen inspiriert – von denen, die seine Riffs nachspielen, bis zu denen, die versuchen, sein neoklassisches Spiel zu verstehen. Live bleibt er eine Maschine: präzise, explosiv und manchmal unberechenbar. Ob Deep Purple, Rainbow oder Blackmore’s Night – sein Name garantiert musikalische Qualität und die Fähigkeit, jede Bühne in ein episches Spektakel zu verwandeln.
Privat hat er sein Leben oft um die Musik herumgebaut, und die Beziehung zu Candice Night ist nicht nur kreativ, sondern auch stabil: 2008 heirateten sie, und Blackmore beweist, dass man auch mit 63 noch neue Kapitel beginnen kann – auf der Bühne wie im Leben. Ritchie Blackmore ist mehr als ein Gitarrist. Er ist ein Architekt des Rock, ein Innovator, ein Mann, der den Mut hatte, seinen eigenen Weg zu gehen – egal, wie laut, komplex oder unkonventionell der Weg war. Er hat die harte Schule des Rock überlebt, neu definiert, sich selbst neu erfunden und dabei den Sound von Generationen geprägt. Wer seine Musik hört, versteht sofort: Das hier ist kein Gitarrist, der Kompromisse macht. Das hier ist Ritchie Blackmore – und der spielt nach seinen eigenen Regeln.