Michael Zachary Myers wurde am 7. November 1983 in Memphis, Tennessee geboren der Stadt, in der Blues an der Tagesordnung ist und du wahrscheinlich schon beim Einatmen der Luft blau wirst. Während andere Kids Baseball spielten oder Pokémon-Karten horteten, hatte Zach nur eins im Kopf: Gitarre spielen. Und nicht irgendwie. Seine Götter hießen Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughan, Jimmy Page, Phil Lynott, Damon Johnson und The Edge also im Grunde das Who’s Who der Gitarrenwelt. Der Junge sog ihre Riffs auf wie andere Leute Cola durch einen Strohhalm. Mit 14 Jahren stand Zach schon auf der Bühne der legendären Beale Street, das ist ungefähr so, als würde ein Teenie beim ersten Fußballspiel direkt in der Champions League antreten. Und weil er anscheinend keine Ahnung hatte, was Freizeit ist, gründete er The Fairwell, seine erste ernsthafte Band. Eine Memphis-Rockband mit genug Blues-DNA, um B.B. King ein Nicken zu entlocken. The Fairwell war eine wilde Mischung aus jungen Talenten, rotzigen Gitarren und jeder Menge Beale-Street-Energie. Die Besetzung wechselte wie die Jahreszeiten, aber Zach blieb das Herz der Band.
Der langjährige Gitarrist Chris Allen war sein Partner in Crime, und gemeinsam spielten sie sich durch Memphis, traten im Fernsehen bei CBS auf (Live at 9, 2008) und teilten Bühnen mit Acts wie 3 Doors Down und Hinder. Zach war nicht nur ein Gitarrist, er war ein verdammtes Arbeitstier. 2004 und 2005 tourte er mit Saliva als Bassist ein, weil er’s konnte. 2007 wurde er bei Shinedown rekrutiert, ursprünglich als Tourgitarrist. Und wenn du in einer Band mit dem Namen Shinedown landest, weißt du: Jetzt wird’s ernst. Zuerst spielte er nur Rhythmusgitarre. Dann, als Bassist Brad Stewart ging, sprang Zach einfach ein, Bass, Gitarre, Backing Vocals, was auch immer gebraucht wurde. 2008 verließ Nick Perri die Band, und Zach übernahm endgültig die Leadgitarre. Shinedown hatte offiziell seinen neuen Saiten-Hitman. Ab da ging’s durch die Decke: 10 Millionen verkaufte Alben, 10 Millionen Singles, fünf Platin- und Gold-Alben, 16 Nummer-eins-Rockhits, und über 2,5 Milliarden Streams. Das ist keine Band mehr, das ist eine Industrie. Doch Zach wäre nicht Zach, wenn er sich einfach darauf ausgeruht hätte.
Nein, der Typ hat eine Aufmerksamkeitsspanne wie ein Kolibri auf Espresso. Neben Shinedown gründete er Smith & Myers, ein akustisches Spin-off mit Sänger Brent Smith, das eher nach ehrlicher Lagerfeuerseele klingt als nach Stadionrock. Das Ganze begann als Zufall: 2014 baten sie ihre Fans, Songs vorzuschlagen, die sie akustisch covern sollten. Innerhalb von 20 Stunden hauten sie zehn Cover raus, drehten YouTube-Videos dazu – und die Leute liebten es. Acoustic Sessions, Part 1 & 2 waren geboren. Und dann kam’s, wie es kommen musste: Brent stand irgendwann live im Starland Ballroom, schaut ins Publikum und kündigt einfach ein komplettes Smith-&-Myers-Album an, ohne Zach vorher was zu sagen. Zach so: „Warte, was?“, Brent so: „Ja, Bruder, wir machen das.“ Und siehe da: Es wurde gemacht. „Volume 1“ und „Volume 2“ (2020) waren keine simplen Akustikalben. Es waren zwanzig Songs voll von Emotion, Sozialkritik, Covers und Originalen. Neil Young, Post Malone, Amy Winehouse, Oasis, alles drin. Zwischen diesen Legenden stand Zach mit seiner Gitarre, barfuß im Studio in Malibu, während draußen die Welt im Corona-Chaos versank. Zehn Tage, zehn gottverdammte Songs.
Fast jeden Tag neu geschrieben, aufgenommen, fertig. Und als Produzent Dave Bassett in Hawaii festsaß, machte Zach einfach remote weiter. Weil Stillstand? Fehlanzeige. Not Mad Enough, Zachs Reaktion auf George Floyds Tod, roh und wütend. Panic, ein Song über Social Media, wo alle jammern, aber keiner was ändert. The Weight of It All, ein Brett über Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden. Bad at Love, gefühlvoller Americana-Vibe mit Southern-Charme. Und natürlich Cover wie „Don’t Look Back in Anger“ von Oasis, das Zach liebt, weil: Oasis ist sein „Guilty Pleasure“, minus die Schuldgefühle. Nebenbei gründete Zach noch seine eigene Managementfirma, Cursed Management Group. Weil er sah, wie beschissen viele Bands gemanagt werden, dachte er: „Mach ich halt selbst.“ Und tatsächlich: Seine erste Entdeckung, Sore Eyes, durfte Shinedown 2008 supporten, was Zach heimlich als Live-Vorsprechen geplant hatte. Spoiler: Sie bestanden.
Und als wäre das nicht genug, gründete Zach auch das Comedy-Duo Campfire Astronauts mit Comedian Chris Porter, zwei Typen, eine Gitarre, ein Haufen absurder Witze. Seine ganze Karriere liest sich wie ein verdammt lauter Song: Memphis-Blues trifft Stadionrock, Shinedown-Hymnen, Akustik-Soul, und irgendwo dazwischen ein Hauch von britischem Britpop-Herzschmerz. Wenn du Zach Myers heute siehst, mit Gitarre in der Hand, Tattoos unter dem Hemd und einem ironischen Grinsen im Gesicht, dann siehst du einen Mann, der nie aufgehört hat, an sich zu glauben. Einer, der Beale Street nie vergessen hat, auch wenn er längst ganze Arenen füllt. Er ist Musiker, Manager, Comedian, Gitarrengott, Vollzeit-Chaos-Magnet und Teilzeit-Philosoph. Und wenn du ihn fragst, warum er das alles macht, wird er wahrscheinlich sagen: „Weil’s um die Musik geht, nicht um den Typen. Es geht nicht um den Maler, es geht um das verdammte Gemälde.“